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11.11. bis 20.12. in der Kreisvolkshochschule Lich:
LichtWege III - Kunst aus Belarus

4 Harlekins


Als "Geheimtip" gelten die Ausstellungen "LichtWege" inzwischen längst nicht mehr. Zu viele Menschen waren begeistert von den bisherigen Expositionen, die die Weißrusslandhilfe der Kirchengemeinden Villingen und Nonnenroth in Zusammenarbeit mit der vhs-Lich veranstaltet hat.

Wiederum werden nun weit mehr als hundert Bilder ausgestellt, die von dem Betrachter "spendlich" erworben werden können. Die besten Künstler aus Weißrussland / Belarus haben sie zur Verfügung gestellt. Mit dem Erlös helfen sie ihrem eigenen Land und bringen höchste Kunst nach Mittelhessen.

Oft wurden die Aussteller gefragt: "Zu welchem Kunststil gehören die Bilder?" und die Antwort kann nur so vielgestaltig sein, wie die Bilder selber. dpa schrieb über die letzte Ausstellung: "‘LichtWege’ - so der Titel der Ausstellung: lichtumflutete Orte, surrealistische Landschaften und farbenfrohe Stilleben sind Motive, die dem Betrachter in den vielfältigsten Ausgestaltungen begegnen. Die Bilder laden ein zum Träumen und regen an, die Vielfalt des Lebens neu wahrzunehmen. Dies erstaunt umso mehr, als es sich um die Werke von Künstlern aus Weißrussland handelt, die in ihrem verstrahlten und wirtschaftlich gebeutelten Land leben und arbeiten. Ihre Bilder zeigen bei all der Not der Menschen - und vielleicht auch gerade aufgrund ihrer Grenzerfahrungen - eine ungeheure Kraft und Intensität; sie sind Sinnbild für die Hoffnung auf ein besseres Leben - Wege ins Licht."

Nein, eine bestimmte Stilrichtung ist nicht erkennbar. Aber deutlich ist: Alle KünstlerInnen haben eine fundamentale, realistische, akademische Ausbildung. Ihr jahrelanges praktisches Schaffen gab Ihnen die Möglichkeit, intuitiv die verschiedensten Stilrichtungen und Malweisen einzusetzen. Ihre Schöpfungen sind persönlicher Lebensausdruck. Sie wollen keinen großen Meister kopieren. Von ihnen haben sie gelernt, aber nicht kopiert. Als Vorbilder gelten ihnen die russischen Ikonen, die Werke der Renaissance, des französischen Im- und Expressionismus, sowie der kritische russische Realismus. Sie wünschen sich aufmerksame Betrachter und professionelle Kritiker, die die verschiedenen Handschriften erkennen und die eines verbindet: ‘Lust’ am Malen. Ihre Kunst ist sozial, weil sie allgemeine menschliche Gefühle widerspiegeln. Alle sind sie Zeugen des 20. Jahrhunderts. Mit ihren Werken wollen sie die Vergangenheit nicht vergessen. Aber der Wunsch nach Peristroika im 21. Jahrhundert ist in fast allen Bildern erfahrbar. Ihr 'künstlerisches Ich' malt die Tragödie nach Tschernobyl, eine Satire der kommunistischen Pervertiertheit, die Einsamkeit der Menschen, die Hoffnungslosigkeit und - oftmals im gleichen Bild - die Blumen der Zuversicht. Fast jedes Bild drückt Besorgnis und Aufregung und Mut aus. Damit sind fast alle Bilder Zu-Mutungen. Symbole: Blumen wie Menschen, Märchenfiguren wie Träume, wie Träume über die Freiheit. Keine Symbolisten wollen sie sein. Keine Kunst von der Stange. Sie verstehen die "...ismen" (Surrealismus, Kubismus, Abstrahismus...), aber sie gehen eigene Wege. Jedes Bild will ein wenig von dem Glück finden, obwohl viele KünstlerInnen in einer für sie hoffnungslosen Welt wohnen.

Jede Ausstellung war ein Geschenk von KünstlerInnen aus einem gebeutelten Land. Mit dem Erlös der Bilder ging mit medizinischer Hilfe der Hoffnungsstrahl zurück in das Land, aus dem sie kamen. Mit der Qualität der Bilder überzeugen überzeugende Künstler.

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